Gelungener WM-Auftakt
- Uwe Laurisch

- 28. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Just ride 05/2026

Spektakulärer Auftakt der Flat-Track-WM in Roden – Schwerer Sturz von Marius Kircher
Die Flat-Track-Weltmeisterschaft ist mit einem actionreichen Saisonauftakt im niederländischen Roden in ihre neue Saison gestartet. Auf der traditionsreichen Sandbahn des Speed Centre Roden setzte sich der Brite Ashton Boughen im ersten von insgesamt zehn WM-Läufen durch. Doch neben packendem Racing sorgte vor allem der schwere Sturz des Deutschen Marius Kircher für Aufsehen.
Flat Track boomt bei jungen Fans
Flat Track gilt derzeit als eine der am schnellsten wachsenden Offroad-Disziplinen im Motorradsport. Die FIM verbindet große Hoffnungen mit der spektakulären Klasse, die besonders bei jüngeren Fans immer beliebter wird. Gefahren wird mit seriennahen Einzylinder-Motorrädern: Zweitakter bis 500 ccm sowie Viertakter bis maximal 450 ccm sind erlaubt. Charakteristisch für die Maschinen ist der völlige Verzicht auf eine Vorderradbremse – gebremst wird ausschließlich über das Hinterrad.
Die Stichting Motorsport Roden organisierte Anfang Mai den ersten WM-Lauf der Saison. Insgesamt 24 Fahrer gingen mit Motorrädern von elf verschiedenen Herstellern an den Start, darunter auch drei Piloten mit DMSB-Lizenz.
Boughen triumphiert auf Ducati
Nach zwölf Vorläufen über jeweils zehn Runden sowie einem Last Chance Heat mit den besten zehn Fahrern fiel die Entscheidung im Finale der Top 12. Dort dominierte Ducati-Pilot Ashton Boughen das Geschehen und sicherte sich den Sieg sowie 26 WM-Punkte.
Hinter dem Briten belegte der Spanier Gerard Bailo Pelegrin Rang zwei, während Tim Neave aus Großbritannien das Podium komplettierte. Titelverteidiger Ervin Krajcovic aus Tschechien kam nicht über Platz fünf hinaus.
Die deutschen Fahrer Sebastian Thalheim (KTM) und Nikita Alyani (Beta) beendeten den Auftakt auf den Positionen 16 und 21.
Schwerer Unfall überschattet das Rennen
Für den dritten deutschen Starter verlief das Wochenende dramatisch. Der 21-jährige Marius Kircher aus Künzelsau vom Team OMT Squadra Corse stürzte bereits in seinem ersten Heat schwer. Nach einer Berührung mit Landsmann Nikita Alyani verlor Kircher auf der Gegengeraden die Kontrolle über seine Picasso OMT 450 und krachte mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung. Der junge Deutsche musste anschließend mit dem Krankenwagen abtransportiert werden.

Am 17. Mai gab Kircher ein erstes Update zu seinem Gesundheitszustand:
„Danke der Nachfrage. Mir geht es soweit ganz okay, ich wurde jetzt aus dem Krankenhaus entlassen. Körperlich bin ich den Umständen entsprechend fit. Ich habe mir Wirbel und den Oberarm gebrochen, außerdem habe ich am ganzen Körper Prellungen und eine Gehirnerschütterung. Wir müssen nur noch schauen, ob ich noch operiert werde, aber das bekomme ich erst nächste Woche gesagt. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen langsam wieder mit dem Laufen anfangen kann.“
Trotz der schweren Verletzungen zeigt sich Kircher kämpferisch. Die gesamte Flat-Track-Szene hofft nun auf eine schnelle und vollständige Genesung des talentierten Deutschen.
Fotos: Rudi Hagen





